Karate
so vielseitig wieDu und Ich
Die meisten Karateka sind mit dem Kiai, dem sogenannten Kampfschrei vertraut. Wer Kata-Wettkämpfe bestreitet oder beobachtet, kennt auch oftmals das relativ auffällige, laute Atmen.
Aber was alles in uns in Verbindung mit unserer Atmung steckt und welche Verbindung zum Karate besteht, das ist vielen Karateka leider nicht bekannt.
Am 08.11.2025 fand in Höhenkirchen unter dem Motto „Atmung und Energie im Karate“ ein Lehrgang mit den beiden erfahrenen Meistern Rudi Russ (6. Dan) und Michael Schölz (5. Dan) statt.
Als Grundlage erklärten sie die unterschiedlichen Atemtechniken (z. B. Bachatmung versus Brustatmung), die Wirkung dieser Atemtechniken (z. B. Nasenatmung zur Aktivierung desParasympathikus des vegetativen Nervensystems und damit zur Beruhigung) und die Zusammenhänge zwischen Atmung und Energieentfaltung. Während der praktischen Übungen stellte es für einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchaus eine Herausforderung dar, ihren Atem bewusst zu steuern, insbesondere wenn es darum ging, lange und langsame Atemzüge zu machen. Auch als alle jeweils ihre Lieblingskata aussuchen durften und diese dann in Verbindung mit unterschiedlichen Atemtechniken üben sollten, sah man immer wieder in angestrengte Gesichter.
Als dann auch noch Musik dazu kam und somit die Katas nach verschiedenen Takten und mit den diversen Atemtechniken geübt wurden, hörte man zwar viel Schnaufen, aber auch viel Lachen.
Gemeinsam wurde dann die Goju-Ryu-Kata Tensho („Drehende Hände“) erst einmal gelernt und dann geübt. Tensho ist eine explizite Atemkata und eignet sich dementsprechend sehr gut für diese Übungen. Nach den Erklärungen und praktischen Übungen konnte man sich ziemlich gut vorstellen, wie und warum auf Okinawa oder auch woanders auf der Welt so trainiert wurde.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten vom umfangreichen Erfahrungsschatz von Rudi Russ und Michael Schölz profitieren. Die beiden gingen auch immer wieder auf individuelle Fragen und Situationen ein, so dass alle nach diesem Lehrgang sehr viel gelernt und geübt hatten.
Wir danken Rudi und Michael ganz herzlich für diesen tollen Lehrgang; und natürlich auch allen Teilnehmenden, die teilweise mehrere Stunden Anfahrt für diesen Lehrgang auf sich genommen hatten. Für nächstes Jahr planen wir wieder mit Rudi und Michael einen derartigen Lehrgang mit viel Tiefgang. Termin und konkretes Thema werden rechtzeitig auf der Homepage des Vereins und auf der Seite des BKB veröffentlicht.
Bericht: Steffen PaulBilder: Conny Reiser